Süd-Afrika: die Herausforderung ist gewaltig
Charles Heimat Südafrika ist in besonderem Maße von der dramatischen Entwicklung durch die Ausbreitung von HIV/Aids betroffen. Es ist weltweit eines der Länder mit den meisten HIV-Infizierten: 5,7 Millionen Menschen, das sind 16,9% aller Einwohner Südafrikas. Bei schwangeren Frauen, die in einem Krankenhaus erstmals getestet wurden, lag die Infektionsrate im Jahr 2009 sogar bei 29%. Und nach wie vor steigt die Infektionsrate. So liegt sie in der Provinz Kwa-Zulu-Natal bei über 39 Prozent. Das bedeutet, dass mittlerweile mehr als jeder dritte Erwachsene in der bevölkerungsreichsten Provinz Südafrikas an HIV/Aids leidet. Dabei hat Südafrika als das größte und wirtschaftlich am weitesten entwickelte Land der Region ein relativ gut ausgebautes Gesundheits- und Sozialsystem. Doch die Herausforderung ist zu gewaltig. Bereits jetzt sind viele Betten in den großen Krankenhäusern mit Aids-Patienten belegt. Das Gesundheitssystem würde in den nächsten Jahren zusammenbrechen, wenn auch nur der gegenwärtige Standard der Behandlung beibehalten werden soll. Jährlich verlieren Firmen etwa drei Prozent ihrer gesamten Mitarbeiterschaft durch Aids und es wird immer schwieriger werden, die Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Gesellschaft mit gut ausgebildeten Personen zu besetzen... In wenigen Jahren wird mehr als zehn Prozent der Bevölkerung aus Aids-Waisenkindern bestehen. Schon jetzt sind es 1,4 Millionen. Viele der wirtschaftlichen und sozialen Erfolge der letzten Jahrzehnte werden durch die Epidemie zunichte gemacht. Quelle: UNAIDS Epidemic Update, Dezember 2009 (www.unaids.org)